Nach einem langen und produktiven Leben ist nun also auch seine Zeit
gekommen. "Fünf Deutschland und ein Leben" hatte mir damals mein Chef in
Berlin geschenkt. Später las ich Sterns grossartige Abhandlung über
Bismarck und seinen Bankier Bleichröder.
Der mit seiner Familie aus
Deutschland vertriebene Fritz Stern selbst wurde nach seiner
Auswanderung ein begeisterter und stolzer Amerikaner, Deutschland aber
war und blieb sein Lebensthema. Und was die Zukunft dieses Landes anging,
so blieb er bis zum Schluss Optimist. Er wusste, was für ein grosses
Glück die Entwicklung zu einem demokratischen und europäischen
Deutschland bedeutete, für Deutschlands Nachbarn, aber vor allem für die
Deutschen selbst. Die Alternative zu Europa ist Krieg. Kaum jemand
wusste das besser und erklärte es eindrücklicher als Fritz Stern. Seine
Stimme wird uns fehlen. Möge er in Frieden ruhen.