Willkommen auf dem Blog von Philipp v. Brandenstein: Schwerpunktthemen sind deutsche und internationale Politik sowie Integration, Migration, Vielfalt und die Zukunft der offenen Gesellschaft.
Montag, 23. Mai 2016
Die Proeuropäer argumentieren ökonomisch, doch Europa braucht eine emotionale Botschaft
Ökonomisch spricht alles für die Mitgliedschaft in der Europäischen
Union. Darauf bauen die Gegenr des Brexit. Die Behauptung ist inhaltlich kaum angreifbar. Das ist auch den Gegnern der EU bekannt. Natürlich würde einem
Austritt absehbar eine ökonomische Krise und eine unabsehbar lange Phase
wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit folgen. Auf eine rein
ökonomische Argumentation können sich Europa und die Proeuropäer aber
dennoch nicht mehr beschränken. Die Gegner Europas haben das Feld der
Ökonomie längst geräumt und operieren sehr erfolgreich mit emotionalen,
teils irrationalen, Bildern und Begriffen. Wollen die Europäer diesen
Kampf nicht verlieren, müssen sie den Panikmachern, den
Reinheits-Nostalgikern und Neo-Nationalisten mit einem eigenen,
ebenfalls emotional besetzten, Narrativ entgegentreten. Der europäische
Gedanke muss überführt werden in eine erneuerte und greifbare (!) Vision, welche
die Menschen Europas wieder für das grosse Friedens- und
Freiheitsprojekt begeistern kann.