Viele Medien in Deutschland behaupten kritisch und investigativ zu sein.
Einige kolportieren jedoch einfach, was ihnen im Zuge zweifelhafter
Auseinandersetzungen von oft zweifelhaften Quellen mit sehr
durchsichtigen Interessen angeboten wird. Anders die Süddeutsche
Zeitung: Hier arbeiten wirklich Journalisten, die sich einem Ethos
verpflichtet fühlen. Diese Zeitung bliebt für Deutschland und für Bayern
unverzichtbar.
Viele ausgezeichnete Journalisten arbeiten aber auch für
die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten. Das sollte man bei aller
berechtigten Kritik an den gängigen Finanzierungsmodellen, an gewissen
Formaten und Gehältern sowie an der Rolle der Parteien in den
Rundfunkräten nicht vergessen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch daran,
dass die Aufdeckung von Panama-Leaks nicht entlang parteilicher Fronten
erfolgt, sondern von Putin bis Poroschenko, von Messi über den liberalen argentinischen Präsidenten Macri bis zu
den ihm vorangegangenen linksautoritären Kirchners, offenbar alle ins Visier genommen werden, deren Spuren sich in den Datenbergen fanden. Sich mit keiner Seite
gemein zu machen, sondern die ganze Wahrheit aufzudecken, die
Hintergründe und zugrundeliegenden Strukturen zu ermitteln und fair zu
bewerten, das macht echten Journalismus aus. Facebook und die Blogosphäre können das nicht ersetzen. Natürlich. Viele können heute im Internet ihre Meinung zum Ausdruck bringen und dabei einiges bewegen. Doch allein die schiere Masse an komplexen Daten, die sich in derartigen Investigationen ergeben, können letztlich nur große und professionelle Redaktionen mit hochqualifizierten Journalisten bearbeiten (und sich dabei gegenseitig kontrollieren).
Auch Arte,
Deutschlandfunk, aber auch die Nachrichten und Nachrichtenmagazine von
ARD und ZDF erscheinen in diesem Sinne unentbehrlich. Eine Abschaffung
des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine darauf folgende wohl von
nur wenigen finanzstarken Konzernen und Personen dominierte
Medienlandschaft hingegen würden keinen Fortschritt bedeuten, weder in
Sinne der Medienvielfalt und Meinungsfreiheit noch hinsichtlich der
der immer noch bedeutsamen Rolle der Presse als Wächter.