Mesut Özil ist Sohn türkischer Migranten. Er stammt aus dem
Ruhrpott, er ist dort geboren und aufgewachsen, aber das interessiert einige
andere Deutsche nicht. Für sie heißt er wie ein Türke, sieht aus wie ein Türke
und ist zu allem Überfluss natürlich auch noch Muslim.
Für diese Deutsche, die zwar immer laut und dumm, aber nie
in der Mehrheit waren, hätte das gereicht, um einen Mesut Özil ein Leben lang
zu verachten. Es wäre ihnen Grund genug gewesen, um Menschen wie ihn für
minderwertig und sich selbst für überlegen zu halten. Was Menschen wie Mesut
Özil denken, sagen, glauben oder leisten, war und ist diesen Suprematisten
völlig egal. Ihre vermeintliche Überlegenheit leiten sie daraus ab, dass Mesut
Özil in ihren Augen ein Türke ist und immer bleiben wird, sie selbst aber wahre
Deutsche seien.
Dann aber kam für diese Suprematisten die Katastrophe:
Deutschland wurde Fußballweltmeister. Mit Mesut Özil. Und nicht zuletzt auch
wegen Mesut Özil. Der Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln und seine
Multikulti-Mannschaftskollegen, die ein anständiger Deutscher angeblich nicht
als Nachbarn haben möchte, haben Deutschland nach 24 Jahren endlich zum
Fußballweltmeister gemacht. Ohne Migranten wie sie hätte es nicht geklappt,
wäre die große deutsche Sehnsucht wohl nie gestillt worden.
Der daraus resultierende Schmerz, die daraus resultierende
Irritation hat die deutschen Überlegenheitsfanatiker seit 2014 nie mehr
verlassen. Der Gedanke hat sie rasend gemacht. Denn man muss kein glühender
Fußballfan zu sein, um zu erkennen, dass Mesut Özil mehr für Deutschland
geleistet hat als jeder einzelne AfD-Anhänger, mehr als alle AfD-Anhänger,
dumpfen Rassisten und sabbernd von rassischer Überlegenheit Träumende zusammen.
Das werden ihm diese Leute niemals verzeihen. Dafür werden sie ihn ewig hassen.