Die Liberalen folgen insbesondere in ihrer politischen Kommunikation einer klaren Strategie und sie zielen damit konsequent auf enttäuschte, von Merkel ermüdete Unionswähler. Die FDP-Führung unterbreitet diesem leicht rechts der politischen Mitte verorteten Milieu in diesen Wochen und Monaten einen geradezu maßgeschneiderten Wahlvorschlag, vielleicht den besten Wahlvorschlag, den es für dieses rechtsbürgerliche Segment jemals gegeben hat. Und diese Strategie geht tatsächlich auf. Die Umfragezahlen der FDP sind geradezu traumhaft.
Das alles war allerdings auch im Jahr 2009 so, als die FDP aus dem Stand
14,6% erhielt. Der Rest ist Geschichte und hinlänglich bekannt. Man
hatte sich in den Reihen des organisierten Liberalismus durchaus
vorgenommen, Lehren aus dieser Geschichte zu ziehen. Aber die quälende
Erinnerung an absehbare und sich allzu bald konkretisierende
Enttäuschungen, undifferenzierte Versprechungen und einen daraus
resultierenden Absturz ins Bodenlose ist vor dem gegenwärtig sichtbaren
Erfolg der neuen FDP offenbar verblasst. Vielleicht wäre es im Hinblick
auf die eigene Zukunftsfähigkeit nun doch an der Zeit für die FDP, ein
paar Botschaften auszusenden, die auch liberale Milieus von den Freien
Demokraten begeistern.