Deutschlands Regierung und auch andere EU-Staaten im reichen Norden
feiern sinkende Flüchtlingszahlen. Der Deal mit der Türkei zeigt in
diesem Sinne Wirkung. Doch all das hat seinen humanitären Preis, über
den politische Verantwortungsträger seit Jahren nicht gerne reden.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im Jahr 2016 bisher mindestens 3.740 Menschen in bei
der Flucht über das Mittelmeer umgekommen. Damit sei zu befürchten,
dass die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge bis
Ende 2016 den Rekord des Vorjahres deutlich übersteigen werde,
sagte ein UNHCR-Sprecher. Im Jahr 2015 seien 3.771 Todesfälle registriert
worden (Zeit Online).
Auch eine Kultur des Wegschauens und der unterlassenen Hilfeleistung
befreit nicht von Verantwortung. Europa wird Wege finden müssen, Fragen
von Flucht und Migration gemeinsam zu lösen und größere Kontingente
verzweifelter Menschen aufzunehmen und nach halbwegs gerechten
Schlüsdeln zu verteilen. Denn auch weiterhin werden Menschen nach Europa
kommen. Politik kann diese Entwicklung managen und regulieren, aber
nicht verhindern. Wer etwas anderes behauptet, argumentiert weder
redlich, noch ehrlich und ganz sicher nicht rational.