Nun hat sich der neue griechische Regierungschef lautstark von einer gemeinsamen Entschließung der europäischen Staats- und Regierungschefs zu einer möglichen Ausweitung der EU-Sanktionen gegen Russland distanziert. Überraschen kann das nicht.
Tsipras sollte nicht der Versuchung erliegen, europäische Werte und internationale Abkommen über Bord zu werfen, um sich bei seinen fragwürdigen Unterstützern beliebt zu machen. Spielte die russische Regierung noch vor zwei Jahren ganz ernsthaft mit dem Gedanken, das strategisch bedeutsame Griechenland aus dem europäischen Verbund herauszulösen und mit dosierten Finanzhilfen von den Direktiven Moskaus abhängig zu machen, so hat sich diese Idee mittlerweile erledigt. Russland kann sich eine so umfangreiche strategische Investition schlicht nicht mehr leisten und beschränkt sich auf Zuwendungen an einzelne destruktive Kräfte. Tsipras sollte auf die europäische Karte setzen und sein Erpressungspotential nicht überschätzen.