Theresa May und ihre Konservativen haben auf die populistische Karte
gesetzt. Auch wenn es durchaus Überzeugungstäter gab, so war die
Motivation hierfür doch hauptsächlich opportunistisch begründet. Denn
bis vor ein paar Wochen schien Populismus wie eine unappetitliche, aber
letztlich doch sichere Sache, als Erfolgsrezept und als Katalysator für
den Wahlerfolg. Doch auch diese Gewissheit ist dahin.
Diese Lektion
musste übrigens auch der ebenfalls populistisch inspirierte Labour-Chef Corbyn
lernen. Seine Pläne für die Weltrevolution gehen die Globalisierung
interessierten kaum jemanden, seine Problemlösungsvorschläge für ein in
der Tat marodes britisches Sozial- und Gesundheitswesen hingegen viele.
Hätte Labour auch in Sachen Europa etwas Konstruktivität und
Pragmatismus zu bieten gehabt, wäre für die Sozialdemokratie mehr zu
holen gewesen.
In der Summe bleibt die Einsicht: Der vermeintliche
Selbstläufer Populismus ist gar keiner (mehr). Diesbezüglich werden
die Parteistrategen umdenken müssen. Die Welt ist also wieder ein Stück
unübersichtlicher geworden, aber eben nicht unbedingt schlechter.