Montag, 18. Juni 2018

Mesut Özil


Mesut Özil ist Sohn türkischer Migranten. Er stammt aus dem Ruhrpott, er ist dort geboren und aufgewachsen, aber das interessiert einige andere Deutsche nicht. Für sie heißt er wie ein Türke, sieht aus wie ein Türke und ist zu allem Überfluss natürlich auch noch Muslim.

Für diese Deutsche, die zwar immer laut und dumm, aber nie in der Mehrheit waren, hätte das gereicht, um einen Mesut Özil ein Leben lang zu verachten. Es wäre ihnen Grund genug gewesen, um Menschen wie ihn für minderwertig und sich selbst für überlegen zu halten. Was Menschen wie Mesut Özil denken, sagen, glauben oder leisten, war und ist diesen Suprematisten völlig egal. Ihre vermeintliche Überlegenheit leiten sie daraus ab, dass Mesut Özil in ihren Augen ein Türke ist und immer bleiben wird, sie selbst aber wahre Deutsche seien.

Dann aber kam für diese Suprematisten die Katastrophe: Deutschland wurde Fußballweltmeister. Mit Mesut Özil. Und nicht zuletzt auch wegen Mesut Özil. Der Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln und seine Multikulti-Mannschaftskollegen, die ein anständiger Deutscher angeblich nicht als Nachbarn haben möchte, haben Deutschland nach 24 Jahren endlich zum Fußballweltmeister gemacht. Ohne Migranten wie sie hätte es nicht geklappt, wäre die große deutsche Sehnsucht wohl nie gestillt worden.

Der daraus resultierende Schmerz, die daraus resultierende Irritation hat die deutschen Überlegenheitsfanatiker seit 2014 nie mehr verlassen. Der Gedanke hat sie rasend gemacht. Denn man muss kein glühender Fußballfan zu sein, um zu erkennen, dass Mesut Özil mehr für Deutschland geleistet hat als jeder einzelne AfD-Anhänger, mehr als alle AfD-Anhänger, dumpfen Rassisten und sabbernd von rassischer Überlegenheit Träumende zusammen. Das werden ihm diese Leute niemals verzeihen. Dafür werden sie ihn ewig hassen.