Freitag, 18. August 2017

"Hat das nichts mit dem Islam zu tun"?

Ob der Terrorismus in Barcelona, Berlin oder London denn "gar nichts mit dem Islam zu tun" hätte? Doch, natürlich hat das alles auch etwas mit dem Islam zu tun. Der Holocaust ja auch "etwas" mit Deutschland zu tun. Wer könnte und wollte das leugnen? Die Täter beriefen oder berufen sich ja in der Tat darauf, im Namen einer größeren Einheit - Deutschland, die arische Rasse, eine Weltreligion - zu sprechen und zu handeln.

Die Frage ist allerdings, ob man dieser Argumentation der Täter und ihren Anmaßungen tatsächlich folgt und ihrem Wunsch nach maximaler Polarisierung und einem totalitären Endkampf um die Weltherrschaft damit vollumfänglich entspricht.

Die andere Frage ist, was man aus solchen empirischen Befunden, dass "etwas mit etwas zu tun" habe, ableitet: Die Annahme einer determinierten negativen Veranlagung, einer kulturellen oder gar genetischen Prädisposition bestimmter Menschengruppen gegenüber Terror, Unterdrückung und Gewalt? Und wiederum daraus abgeleitet Diskriminierung, Exklusion, Kriminalisierung, Verfolgung dieser Menschengruppen, vielleicht gar Rache oder Vergeltung, was gemäß der ins Werk gesetzten Logik vielleicht gar (wieder einmal) als Notwehr oder als notwendige Härte im Überlebenskampf bezeichnet wird?

Das alles muss derjenige, die von Zusammenhängen raunend auf entsprechende Ableitungen hinarbeitet, schon ausbuchstabieren und sich entsprechend prüfen lassen. An der Antwort auf die Fragen wird sich weisen, ob und inwiefern wir uns von den Terroristen und ihrem irrationalen und menschenverachtenden Kalkül tatsächlich unterscheiden.