Mittwoch, 30. August 2017

Konservative wollt Ihr sein?

Konservative wollt Ihr sein? Weil Ihr ein Tweed-Sakkos tragt und von Deutschlands vergangener Größe faselt? Ernsthaft?
Ihr seid keine Konservativen. Fackelzüge sind nicht konservativ, Verschwörungstheorien sind nicht konservativ, landesverräterische Kontakte in den Kreml sind nicht konservativ, Antisemitismus und Rassismus sind nicht konservativ, Menschenverachtung ist nicht konservativ. Menschen, die davon raunen, dass sie im Falle ihres Sieges andere Menschen "entsorgen", sind nicht konservativ.
Ihr habt keine Werte, Ihr folgt keinem Ethos, keinen sittlichen Überzeugungen. Ihr schützt nicht einmal Institutionen, Ihr wollt sie zerstören.
Ihr seid das Gegenteil von Konservativen. Ihr seid der primitivste, der vulgärste, der kriminellste Hass.


Montag, 21. August 2017

Erdogans Wahlempfehlung

Dass Erdogan vor den Wahlen versuchen würde, die Deutschtürken einmal wieder zum Spielball seines Machtpokers zu machen, stand zu erwarten. Dem sollte man aber nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Anders als Erdogan (und viele deutsche Rechtspopulisten) uns glauben machen möchte, ist diese Bevölkerungsgruppe ausgespochen heterogen und hat mehrheitlich besseres zu tun, als sich Vorgaben für die eigene Lebensführung in Deutschland machen zu lassen. Dass die Wahlberechtigten dieser Bevölkerungsgruppe in Scharen den Weisungen des türkischen Präsidenten folgen, steht also nicht gerade zu erwarten.

Die Anmaßungen aus Ankara verpuffen umso mehr, als dass die ausgesprochenen Erdogan-Unterstützer unter den Deutschtürken ohnehin nicht die von Erdogan inkriminierten Parteien gewählt hätten und auch sonst über keine politische Alternative verfügen. In diesem Sinne hat Erdogan auf eine Wahlempfehlung zugunsten irgendeiner Partei gleich ganz verzichtet und seine Anhänger damit praktisch zur Stimmenthaltung aufgerufen. Es gibt in Deutschland einfach keine relevante Partei, die es mit Erdogan hält oder dessen Taten auch nur relativiert. Diesbezüglich kann der Machthaber in Ankara nur neidisch auf den Autokraten Putin blicken, der sich vor Liebesdienereien aus der deutschen Parteienlandschaft kaum noch retten kann.

Dennoch ist es perfide, in welcher Weise Erdogan die Deutschtürken für seine rhetorischen Attacken mißbraucht. Schließlich weiß er ganz genau, dass er die Angehörigen dieser community damit ganz unterschiedslos zum Angriffsziel von Rassisten und Nationalisten macht. Der türkische Präsident gießt Wasser auf die Mühlen der deutschen Rechtspopulisten und befördert die Stigmatisierung aller Deutschtürken. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Erdogan die in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln in all ihrer Vielfalt weder besonders gut kennt noch versteht noch besonders wertschätzt. Sie sind ihm offenbar völlig gleichgültig.

Freitag, 18. August 2017

"Hat das nichts mit dem Islam zu tun"?

Ob der Terrorismus in Barcelona, Berlin oder London denn "gar nichts mit dem Islam zu tun" hätte? Doch, natürlich hat das alles auch etwas mit dem Islam zu tun. Der Holocaust ja auch "etwas" mit Deutschland zu tun. Wer könnte und wollte das leugnen? Die Täter beriefen oder berufen sich ja in der Tat darauf, im Namen einer größeren Einheit - Deutschland, die arische Rasse, eine Weltreligion - zu sprechen und zu handeln.

Die Frage ist allerdings, ob man dieser Argumentation der Täter und ihren Anmaßungen tatsächlich folgt und ihrem Wunsch nach maximaler Polarisierung und einem totalitären Endkampf um die Weltherrschaft damit vollumfänglich entspricht.

Die andere Frage ist, was man aus solchen empirischen Befunden, dass "etwas mit etwas zu tun" habe, ableitet: Die Annahme einer determinierten negativen Veranlagung, einer kulturellen oder gar genetischen Prädisposition bestimmter Menschengruppen gegenüber Terror, Unterdrückung und Gewalt? Und wiederum daraus abgeleitet Diskriminierung, Exklusion, Kriminalisierung, Verfolgung dieser Menschengruppen, vielleicht gar Rache oder Vergeltung, was gemäß der ins Werk gesetzten Logik vielleicht gar (wieder einmal) als Notwehr oder als notwendige Härte im Überlebenskampf bezeichnet wird?

Das alles muss derjenige, die von Zusammenhängen raunend auf entsprechende Ableitungen hinarbeitet, schon ausbuchstabieren und sich entsprechend prüfen lassen. An der Antwort auf die Fragen wird sich weisen, ob und inwiefern wir uns von den Terroristen und ihrem irrationalen und menschenverachtenden Kalkül tatsächlich unterscheiden.

Barcelona

Daesh, oder IS wie Ihr Euch anmaßend selbst nennt, Ihr seid militärisch besiegt. Eure Kombattanten desertieren in Scharen. Ihr habt keinen Rückhalt mehr, kein Rückzugsgebiet. Eure Unmenschlichkeit und perverse Brutalität haben die Menschen nicht mehr ertragen. Mehr aber habt Ihr nicht zu bieten. Einen "Staat" wolltet Ihr errichten, doch für mehr als eine improvisierte absurde und menschenverachtende Terrorherrschaft hattet Ihr nie die Ressourcen. Eure grössenwahnsinnigen Phantasten sind zerplatzt wie Seifenblasen. Euch bleiben nur Terroranschläge. Nun seid Ihr vor den Augen der ganzen Welt wieder das, was Ihr immer gewesen seid: feige und ehrlose Mörder.

Freitag, 11. August 2017

Deutscher Bundestag: Nicht noch so eine Legislatur

In der nun endenden Legislatur fand der Deutsche Bundestag praktisch nicht statt. Die schwarz-rote Übermacht wurde kaum geplagt, kaum kontrolliert, kaum geprüft. Langweiliger und uninspirierter ging es kaum. Rückschritte und opportunistische Gegenreformen gab es einige (Rente). Reformen und Fortschritt hingegen, wenn überhaupt, nur sehr selten. Das hat der Demokratie insgesamt nicht gut getan. Eine solche Legislatur, ein so sprach- und ideenloses Parlament braucht keine Neuauflage. Auch deswegen werden Grüne und Liberale, denn beide sehen sich als Programm- und Reformparteien, im nächsten Deutschen Bundestag dringend benötigt.

Trumps Motiv

Je mehr über die Russian Connection bekannt wird und je klarer wird, dass Trump sein Land und die Demokratie verraten hat, desto aggressiver gebärdet er sich. Man muß ernsthaft befürchten, dass er eine internationale Krise und vielleicht sogar einen Konflikt in Kauf nimmt, um von weiteren Enthüllungen der Ermittler abzulenken.

Augstein

"Gibt es wenigstens einen einzigen Grund, auf einen Sieg von Donald Trump zu hoffen? Ja: den Frieden."

Jakob Augstein, Friedensbewegter, 20.10.2016

gefunden von Konstantin Fedorow