Freitag, 9. Juni 2017

Wahlen im UK: Der vermeintliche Selbstläufer Populismus ist keiner mehr

Theresa May und ihre Konservativen haben auf die populistische Karte gesetzt. Auch wenn es durchaus Überzeugungstäter gab, so war die Motivation hierfür doch hauptsächlich opportunistisch begründet. Denn bis vor ein paar Wochen schien Populismus wie eine unappetitliche, aber letztlich doch sichere Sache, als Erfolgsrezept und als Katalysator für den Wahlerfolg. Doch auch diese Gewissheit ist dahin.

Diese Lektion musste übrigens auch der ebenfalls populistisch inspirierte Labour-Chef Corbyn lernen. Seine Pläne für die Weltrevolution gehen die Globalisierung interessierten kaum jemanden, seine Problemlösungsvorschläge für ein in der Tat marodes britisches Sozial- und Gesundheitswesen hingegen viele. Hätte Labour auch in Sachen Europa etwas Konstruktivität und Pragmatismus zu bieten gehabt, wäre für die Sozialdemokratie mehr zu holen gewesen.

In der Summe bleibt die Einsicht: Der vermeintliche Selbstläufer Populismus ist gar keiner (mehr). Diesbezüglich werden die Parteistrategen umdenken müssen. Die Welt ist also wieder ein Stück unübersichtlicher geworden, aber eben nicht unbedingt schlechter.