Mittwoch, 26. Oktober 2016

Die Flüchtlingskrise ist nicht vorbei und sie wird so bald nicht enden. Zeit, Verantwortung zu übernehmen

Deutschlands Regierung und auch andere EU-Staaten im reichen Norden feiern sinkende Flüchtlingszahlen. Der Deal mit der Türkei zeigt in diesem Sinne Wirkung. Doch all das hat seinen humanitären Preis, über den politische Verantwortungsträger seit Jahren nicht gerne reden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im Jahr 2016 bisher mindestens 3.740 Menschen in bei der Flucht über das Mittelmeer umgekommen. Damit sei zu befürchten, dass die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge bis Ende 2016 den Rekord des Vorjahres deutlich übersteigen werde, sagte ein UNHCR-Sprecher. Im Jahr 2015 seien 3.771 Todesfälle registriert worden (Zeit Online). 

Auch eine Kultur des Wegschauens und der unterlassenen Hilfeleistung befreit nicht von Verantwortung. Europa wird Wege finden müssen, Fragen von Flucht und Migration gemeinsam zu lösen und größere Kontingente verzweifelter Menschen aufzunehmen und nach halbwegs gerechten Schlüsdeln zu verteilen. Denn auch weiterhin werden Menschen nach Europa kommen. Politik kann diese Entwicklung managen und regulieren, aber nicht verhindern. Wer etwas anderes behauptet, argumentiert weder redlich, noch ehrlich und ganz sicher nicht rational.