Montag, 23. Mai 2016

Die Proeuropäer argumentieren ökonomisch, doch Europa braucht eine emotionale Botschaft

Ökonomisch spricht alles für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Darauf bauen die Gegenr des Brexit. Die Behauptung ist inhaltlich kaum angreifbar. Das ist auch den Gegnern der EU bekannt. Natürlich würde einem Austritt absehbar eine ökonomische Krise und eine unabsehbar lange Phase wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit folgen. Auf eine rein ökonomische Argumentation können sich Europa und die Proeuropäer aber dennoch nicht mehr beschränken. Die Gegner Europas haben das Feld der Ökonomie längst geräumt und operieren sehr erfolgreich mit emotionalen, teils irrationalen, Bildern und Begriffen. Wollen die Europäer diesen Kampf nicht verlieren, müssen sie den Panikmachern, den Reinheits-Nostalgikern und Neo-Nationalisten mit einem eigenen, ebenfalls emotional besetzten, Narrativ entgegentreten. Der europäische Gedanke muss überführt werden in eine erneuerte und greifbare (!) Vision, welche die Menschen Europas wieder für das grosse Friedens- und Freiheitsprojekt begeistern kann.