Sonntag, 13. März 2016

Wegschauen geht nun nicht mehr

3.000 Rechtsextreme, von AfD-Nationalisten bis hin zu Neonazi-Kameradschaften, demonstrierten gestern, vereint in ihrem Hass. Ort des Geschehens war diesmal aber nicht Heidenau oder Clausnitz, sondern Berlin-Mitte, wenige hundert Meter vom Kanzleramt und vom Bundestag entfernt. Die Zielsetzung dieser bizarren Veranstaltung war eindeutig: Man demonstrierte den Anspruch auf die Macht auf den Straßen, in der Provinz und in der Hauptstadt. Wegschauen geht nun nicht mehr. Der braune Mob steht buchstäblich vor dem Toren der demokratischen Institutionen. Wer verhindern möchte, dass diese Gruppen schrittweise tatsächlich die Kontrolle übernehmen, sollte Haltung und Zivilcourage zeigen, wenn der braune Spuk um sich greift. Denn viel zu oft und gefühlt immer öfter agieren die Rechten im öffentlichen Raum, ohne auf Widerspruch zu treffen. Zumindest sollten die um das demokratische und weltoffene Deutschland tatsächlich besorgten Bürger wieder wählen gehen.