Donnerstag, 24. März 2016

Brüssel

Der Schock und die Trauer sitzen tief. Nur wenige Monate nach Paris schon wieder ein verheerender terroristischer Anschlag. Wer jetzt aber im Angesicht des Terrorismus nach autoritären Antworten, nach einer Politik innergesellschaftlicher Ausgrenzung und nach einer Einschränkung der Bürgerrechte ruft, ist eingeladen, seinen Blick auf die Türkei zu richten. Dort kann man sehr luzide nachvollziehen, was nicht funktioniert im Kampf gegen den Terror. Wir Europäer dürfen uns von den Terroristen nicht unsere Art zu leben vorschreiben lassen, denn das ist, was sie wollen. Repressive Schnellschüsse wären kontraproduktiv und würden europäische Werte von innen aushöhlen.
Mit pazifistischer Naivität, Untätigigkeit oder gar mit Fatalismus dürfen die Europäer aber ebenfalls nicht reagieren. Was wir angesichts der realen Bedrohungen tatsächlich brauchen, sind eine vertiefte europäische Zusammenarbeit auf dem Feld der inneren Sicherheit - denkbar sind eine europäische Bundespolizei und ein weitgehend automatisierter europäischer Datenaustausch hinsichtlich terrorrelevanter Erkenntnisse - sowie die Schaffung aller Mittel und Instrumente einer gemeinamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.