Freitag, 29. Januar 2016

2015: Über 1.000 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte

Laut BKA gab es im Jahr 2015 in Deutschland nicht weniger als 1.005 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte. Jede dieser Attacken ist eine Schande für Deutschland und jede Attacke ist auch ein Angriff auf unsere Zivilisation. Angesichts dieser deprimierenden Zahl darf aber nicht vergessen werden, dass die Zahl der Helfer und der Menschen guten Willens die Zahl der Hasser und Brandstifter weit übertrifft. Es ist dieses Deutschland der Hilfe und des guten Willens, das in der Welt Anerkennung findet.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Flüchtlinge - damals und heute

"Wir schaffen das!", so die Kanzlerin. "Gemeinsam schaffen wir's!" und "Helft den Flüchtingen- Wählt CDU", hiess es bereits vor einigen Jahrzehnten auf den Wahlplakaten der CDU (und der CSU) und das unter ungleich schwierigeren Bedingungen (http://imgur.com/65Azrxt). Und gemeinsam mit den anderen demokratischen Parteien haben sie es geschafft. Das völlig zerstörte Deutschland wurde eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Erde und ist es bis heute geblieben. Millionen Einwanderer, Vertriebene und Flüchtlinge hatten Anteil daran.

Weist man die Konservativen heute darau hin, heißt es: Das waren doch Deutsche und Christen. Kommt es wirklich darauf an. Schaffen wir zwar die Integration von Millionen Deutschen nach einem Weltkrieg, überfordern uns aber mit der Aufnahme einer Million Syrer und Iraker in einer Phase, in der die ganze Welt Deutschland um seinen wirtschaftlichen Erfolg beneidet? Und ist die pauschale Aussage so überhaupt haltbar?

Ja, viele Flüchtlinge, die im Zuge des Zusammenbruchs von 1945 nach Westdeutschland kamen, waren Christen. Allerdings nicht alle. Zwischen 1933 und 1945 galt ein christliches Bekenntnis nicht gerade als zeitgemäss und war auch nicht immer zwingend vorteilhaft. Viele Vertriebene waren tatsächlich Deutsche Christen und gehörten einer vom NS-Regime gelichgeschalteten Glaubensgemeinschaft an, die Jesus zum Arier erklärte, den die Juden getötet hätten. Hier trafen NS-Rassenwahn und die Tradition christlichen Antijudaismus zusammen. Wegen seines christlichen Bekenntnisses aufgenommen oder wegen Nichtzugehörigkeit zu einer traditionellen christlichen Gemeienschaft abgelehnt wurde keiner.
  
Und ja, viele Flüchtlinge waren deutsche Staatsbürger. Viele allerdings nicht. Gehörten manche  zur deutschen Volksgruppe eines vormals von der Wehrmacht besetzten Landes, so kamen zahlreiche Menschen aber auch aus Osteuropa, darunter displaced persons, jüdische Flüchtlinge, Tschechen, Polen, Rumänen, die vor Stalins Terror flohen. 

Mit Fremdenhass und Vorurteilen aber waren nahezu alle Flüchtlinge - wenngleich in unterschiedlichem Maße - konfrontiert. Denn auch den Hassern und Engherzigen von damals war meist völlig egal, ob der Flüchtling nun Deutscher, Volksdeutscher Christ oder hochdekorierter Kriegsversehrter war.  Die damals entstandenen demokratischen Parteien jedoch haben sich damals der Versuchung, auf Flüchtlinge als Sündenböcke zu rekurrieren, in aller Regel nicht ergeben. Sie bauten auf konstruktive und integrative Botschaften. Sie warben mit "Gemeinsam schaffen wir´s!". Das war die richtige Antwort, wie die jüngere Geschichte unseres Landes zeigt, die so ungleich glücklicher verlaufen ist, als die Jahre bis 1945.

Was damals galt, gilt auch heute. Die Flüchtlinge, die heute zu uns kommen, sind keine Deutschen und auch nur selten Christen. Das stimmt. Aber sie sind Menschen, mit Menschenrechten. Und diese aus der Aufklärung geborenen Menschenrechte, eine Errungenschaft unserer westlichen Zivilisation, gelten für alle Menschen. Sie gelten erst recht für Menscehn in Not. Und es ist ein Gebot der Menschlichkeit, ihnen zu helfen. 
 

Obergrenze für Rechtspopulismus

Eine Obergrenze für Rechtspopulismus hat Merkel gegenüber der CSU nicht durchgesetzt. Wahrscheinlich hätte sie auch das vermocht, doch als kluge Strategin zieht sie es vor, der Möchtegern-Opposition in ihrem Furor lange Leine zu lassen. Und letztlich ist es allein das, worauf es Seehofer, Söder und Scheuer ankommt: Ihnen geht es um präpotente Lautsprecherei, darum ressentimentgeladene Klischees zu verbreiten und mit immer extremeren Vorstössen den Beifall der Wutbürger zu erheischen. Dass ihre seit 2008 immer stärker nach rechts rutschende Partei dadurch langsam zum Abklatsch der AfD verkommt und in Berlin letztlich von niemandem mehr ernst genommen wird, interessiert die CSU-Führungsriege nur bedingt. Vom Gestaltungsanspruch auf nationaler Ebene hat sich die CSU ohnehin bereits vor einigen Jahren verabschiedet.