Dienstag, 20. Oktober 2015

Pirinçci und Pediga - Ein neuer trauriger Höhepunkt

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen den Autor Akif Pirinçci wegen dessen fremdenfeindlicher Rede auf der Pegiga-Kundgebung in Dresden. Auch die Verlage des Autors (Goldmann, Diana, Heyne) reagierten mit "großer Bestürzung" auf den teils mit Beifall quittierten  Redebeitrag Pirinçcis, in dem dieser unter anderem bedauerte, dass die Konzentrationslager nicht mehr in Betrieb seien. Die Verlage werden die (nach Verlagsangaben ausschließlich unpolitischen) Bücher von Akif Pirinçci künftig aus ihrem Programm nehmen. 

Bestürzung darf man angesichts dieser Radikalisierung in der Tat äußern, eine große Überraschung stellen die Aussagen von Akif Pirinçci hingegen nicht dar. Den Pegida-Organisatoren war völlig klar, wenn sie sich hier ans Rednerpult holten. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Hass-Text „Das Schlachten hat begonnen“ von Akif Pirinçci. Damals versuchte der Autor ganz ernsthaft, die These zu streuen, in Deutschland ereigne sich ein von Migranten organisierter Massenmord an der deutschen Bevölkerung. Auch seien die meisten Vergewaltiger in Europa Muslime. Ich habe diesen unsäglichen Beitrag, der auf dem Portal "Achse des Guten" erschien und dort immer noch zu finden ist, in einem Beitrag für das MiGAZIN kritisiert (http://www.migazin.de/2013/05/07/macht-die-achse-guten/). Pirinçci ist sich in seiner ostentativen Menschenverachtung aber offenbar treu geblieben und seine Aussage „aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“ stellt nur einen weiteren traurigen Höhepunkt seiner bisherigen Äußerungen dar.

Pirinçci ist nicht der Einzige, der in seiner Selbstenthemmung immer weiter geht. Denn auch Pirinçci wusste mit welcher Art von Publikum er es hier zu tun hatte. Seine Ansprache war an ein Publikum gerichtet, das Flüchtlinge pauschal als Kriminelle und die Politiker der "Systemparteien" als "Hochverräter" oder "Volksverräter" stigmatisiert. Und den (noch symbolischen) Galgen, um diese Hochverräter zu richten, führte man auf einer der letzten Pegida-Demonstrationen gleich mit. Vor diesem Hintergrund war Pirinçcis Rede zwar verbrecherisch und menschenverachtend, wohl aber leider auch zielgruppengerecht.