Sonntag, 13. September 2015

Das Feindbild der CSU ist jetzt ein Dreiklang: Migranten, Muslime, Merkel.

Es wirkt, als sei die Regierungspartei CSU in die Opposition gewechselt und habe sich dort radikalisiert. Die CSU lädt den Rechtspopulisten Viktor Orbán zu ihrer Klausurtagung ein, stigmatisiert Flüchtlinge und die tausenden Helfer, die CSU überzieht Merkel mit ätzender Kritik und schmeichelt nun auch noch dem Autokraten Putin. Inhaltlich sind die Christsozialen der AfD, der NPD und der Linkspartei weit näher als der CDU. Die CSU als AfD-Plagiat?
Nachdem das Projekt einer "Urbanisierung" der CSU schon seit Jahren als gescheitert gilt, konzentriert sich die CSU unter Seehofer nun offenbar auf ihre Orbanisierung, also ihrer endgültigen Hinwendung zum Rechtspopulismus. Seit 2008 hat Seehofer zahlreiche Versuche in diese Richtung unternommen (Gauweiler, Anti-Türkei-Kampagne etc.), sich dann letztlich aber doch immer wieder an Merkels Popularität orientiert. Damit ist jetzt Schluss. Das Feindbild der CSU ist jetzt ein Dreiklang: Migranten, Muslime, Merkel. Und das ist insgesamt schade!