Sonntag, 13. September 2015

Das Böse ist dazu verurteilt, einzig sich selbst zu reflektieren

Claude Lanzmann merkt in seinen Memoiren "Der patagonische Hase" an, dass bei allem Nachdenken über das Böse - und Lanzmann hatte während der mehr als zehnjährigen Arbeiten an "Shoah" viel Anlass darüber nachzudenken - doch immer die Einsicht zutagetrete, dass das Böse dazu verurteilt sei, einzig sich selbst zu reflektieren. Das ist ein Satz von großer philosophischer und ethischer Klarheit. Darüber darf man nachdenken, heute, am immer wiederkehrenden 11. September, und auch im Hinblick auf viele menschenverachtende Kommentare über Flüchtlinge, auf Facebook und im politischen Diskurs.