Donnerstag, 27. August 2015

Volatilität der Rohölpreise - Kluge Investitionen in eine diversifizierte Energieversorgung müssen gerade jetzt in Angriff genommen werden

$ 42,51 für das Barrel Rohöl. Seit März 2009 war der Rohölpreis nicht so niedrig wie heute. Das sind schlechte Nachrichten für Putin, Venezuelas Maduro und einige andere Autokraten. Schwierig ist diese Marktlage aber auch für die US-Unternehmen, die in Dakota und Texas das relativ teure und aufwändige oil fracking betreiben. Bei einem Ölpreis von unter 50 $ lohnt sich diese Fördermethode zumindest für neue Anlagen nach Expertenangaben definitiv nicht mehr. Das aber ist entscheidend, denn Fracking-Quellen versiegen vergleichsweise rasch, ständig müssen neue Quellen erschlossen werden. Die Schieferölvorkommen in Nordamerika gelten zudem als begrenzt. Vor diesem Hintergrund spricht viel dafür, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Die Beibehaltung einer starken Abhängigkeit von Erdöl scheint letztlich weder für Importeure noch für die Förderländer erstrebenswert. Diversifizierung und technologische Innovation hingegen haben sich bewährt. 

Und doch fragt heute mancher: Warum auf Öl verzichten, wo es doch so billig ist? Aber hierin läge eine Verkürzung. Der Ölpreis mag derzeit noch niedrig liegen, doch das Problem liegt vielmehr darin begründet, dass der Ölpreis insgesamt sehr volatil ist; dass die Vorkommen in den versorgungssicheren westlichen Industrienationen begrenzt sind; dass viele alternative Fördernationen in Krisenregionen liegen, nicht selten ökologische und soziale Standards massiv verletzen; dass diese Standorte westlichen Unternehmen teils wenig Rechtssicherheit bieten und nicht selten zweifelhaften politischen Regimen anhängen. Diese Faktoren in Betracht ziehend erscheint eine starke Abhängigkeit von Öl - insbesondere zu einem bestimmten Marktpreis - nicht als kluge und nachhaltige Wachstumsstrategie. Was die rentistischen Fördernationen angeht, die aus ihrem Erd- und Erdölreichtum meist keine diversifizierte Wachstumsstrategie entwickeln, muss man wohl nicht streiten. 

Der Boom in den USA ist trügerisch und könnte nach Expertenmeinung bald abflachen; bei den zitierten Marktpreisen sogar früher als gehofft. Es wäre also gut, die möglicherweise verbleibenden Jahre für kluge Investitionen in eine diversifizierte Energieversorgung zu investieren.

Hass gegen Flüchtlinge: Eine Schande für Deutschland - für ganz Deutschland

Hass und Gewalt gegen Flüchtlinge sind eine Schande für Deutschland und zwar für ganz Deutschland. Gleiches gilt auch für die Verharmlosung rechtsextremistischer, antisemitischer und rassistischer Diskursmuster und die Ausgrenzung von Menschen. Das alles gibt es leider auch in Bayern, Baden-Württemberg und NRW. Wer jetzt mit dem Finger auf Ostdeutsche oder gar ein einzelnes ostdeutsches Bundesland zeigt, macht es sich zu einfach und trägt selbst zu einer Form der Stigmatisierung bei. Alle Bürger dieses Landes, egal wo ihre Wurzeln liegen, stehen in der Verantwortung, dem Hass etwas entgegenzusetzen"

Neonazis

Warum hat die deutsche Politik immer noch nicht den Mut gefunden, die in der ganzen Republik gegen Flüchtlinge wütenden Horden als das zu bezeichnen, was sie sind, nämlich Neonazis?

CSU: Wer jetzt noch schweigt, macht sich schuldig.

Neonazis machen Jagd auf Flüchtlinge, jeden Tag erreichen die Öffentlichkeit neue Meldungen über Brandanschläge auf geplante oder bereits in Betrieb genommene Flüchtlingsunterkünfte, eine Bombendrohung gegen das Willy-Brandt-Haus demonstriert das inzwischen zum allem bereite braune Gewaltpotential und zuletzt wird die Bundeskanzlerin selbst vom braunen Pöbel in Heidenau als "Volksverräterin" beschimpft. Was sagt die Regierungspartei CSU dazu? Nichts! Sie schweigt und schweigt und schweigt...

Aber was soll die gegenwärtige CSU-Führungsriege zu all dem auch noch groß sagen? Einige der Begriffe, mit denen der Hass im Netz geschürt wird, wurden in der CSU-Parteizentrale erdacht, andere dort fröhlich-unkritsch übernommen und mit scharfer Rhetorik weiterverbreitet. Dies alles, wie sollte es in der CSU auch anders möglich sein, gemäß den Vorgaben der politischen Spitze. Und da die CSU die unter Seehofer (und zwar ohne jede erwähnenswerte Gegenwehr im Parteivorstand) gefasste Grundsatzentscheidung über eine strategische Wende nach rechts nicht einfach in einer Sommerpause über den Haufen werfen kann, sendet man in der gegenwärtigen Lage einfach weiter Nachrichten vom angeblichen "massenhaften Asylmissbrauch" und von der "neuzeitlichen Völkerwanderung" aus, die jedem Pegida-Redner oder AfD-Pressesprecher zur zweifelhaften Ehre gereichen würden. Schuld an Gewalt und Hass haben nach der Logik dieses Diskurses die Opfer selbst. Und so wird weiter Öl ins Feuer gegossen. Die unantastbare Menschenwürde und die Solidarität der Demokraten hingegen interessieren Seehofer und Konsorten im Kampf um Wählerstimmen nicht. Das alles gilt der Parteispitze seit langem als liberaler Schnickschnack, den man den Kernmilieus der Partei nicht vermitteln könne. Als ob sich die Mehrheit der Menschen in Bayern nur von Ressentiments und niedrigen Instinkten leiten lassen würde. Die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Bürger in München, Nürnberg, aber auch in Passau und vielen Landgemeinden spricht eine ganz andere Sprache.

Man kann nur hoffen, dass aus dem wachsenden Kreis jener CSU-Kommunalpolitiker und Landräte, die mit dem Kurs der Parteispitze nicht mehr länger einverstanden sind und sich täglich bemühen, Flüchtlingen beizustehen, endlich wahrnehmbarer Widerstand gegen die unsägliche und teils menschenfeindliche Rhetorik aus München erwächst. So jedenfalls kann es nicht weitergehen. Wer jetzt noch schweigt, macht sich schuldig.