Dienstag, 31. März 2015

Putins französisches Experiment - Front National bleibt auf dem Vormarsch

Der Front National konnte bei den Wahlen am vergangenen Sonntag kein Departement für sich gewinnen. Die von Vladimir Putin mit 40 Millionen finanzierten Rechtsextremisten bleiben aber auf dem Vormarsch und haben sich im gesamten Land als mittelgroße Partei etabliert. Auch wenn der FN von einem Wahlsieg auf nationaler Ebene noch weit entfernt scheint, so hat sich diese Investition für den Kreml daher doch bereits ausgezahlt. 

Bis vor kurzem hatte sich Putins Regime noch darauf beschränkt, nur einzelne politische Persönlichkeiten und diverse Altpolitiker auf die payroll zu setzen statt ganze politische Bewegungen zu finanzieren. Lange Zeit schienen solche beschränkten Investitionen in vermeintliche Meinungsführer effizienter. Die Erfolge dieser Strategie erweisen sich mittlerweile jedoch als sehr begrenzt. Die Lobbyisten des Kreml konnten weder ihre Parteien noch die Bevölkerung ihrer Heimatländer überzeugen.

Die indirekte politische Einflussnahme über die Kader von erfolgreichen Protestparteien, die nicht nur den allgemeinen Verdruss über die ökonomische Krise und die EU, sondern auch Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus mit einer Hinwendung zum antiwestlichen Messias Putin verbinden, erscheint hingegen mehr als vielversprechend. Es steht daher zu erwarten, dass nach dem Erfolg des französischen Experiments nun weitere umfangreiche russische Unterstützungsleistungen für rechtsextremistische Parteien in ganz Westeuropa folgen werden.