Mittwoch, 28. Januar 2015

Tsipras sollte auf die europäische Karte setzen und sein Erpressungspotential nicht überschätzen

Es gibt kaum noch eine rechtspopulistische oder rechtsextremistische Partei in Europa, die nicht auf die Unterstützung Moskaus zählen kann. Das gilt leider auch für Griechenland. Die nun in die Regierungsverantwortung gekommenen rechtspopulistischen "Unabhängigen Griechen" pflegen seit längerem beste Kontakte zu Putins Regime. Doch auch Alexis Tsipras und seine linkspopulistische Syriza orientieren sich in Richtung Moskau. Der neue Außenminister Nikos Kotzias der Regierung Tsipras zeigte sich auf einem Bild gar freudestrahlend zusammen mit Alexander Dugin, dem Chefideologen der russischen Faschisten. Das also sind die Leute, deren Wahlsieg die deutsche Partei DIE LINKE mit einer eigenen Wahlparty feierte.

Nun hat sich der neue griechische Regierungschef lautstark von einer gemeinsamen Entschließung der europäischen Staats- und Regierungschefs zu einer möglichen Ausweitung der EU-Sanktionen gegen Russland distanziert. Überraschen kann das nicht.
Tsipras sollte nicht der Versuchung erliegen, europäische Werte und internationale Abkommen über Bord zu werfen, um sich bei seinen fragwürdigen Unterstützern beliebt zu machen. Spielte die russische Regierung noch vor zwei Jahren ganz ernsthaft mit dem Gedanken, das strategisch bedeutsame Griechenland aus dem europäischen Verbund herauszulösen und mit dosierten Finanzhilfen von den Direktiven Moskaus abhängig zu machen, so hat sich diese Idee mittlerweile erledigt. Russland kann sich eine so umfangreiche strategische Investition schlicht nicht mehr leisten und beschränkt sich auf Zuwendungen an einzelne destruktive Kräfte. Tsipras sollte auf die europäische Karte setzen und sein Erpressungspotential nicht überschätzen.