Donnerstag, 8. Januar 2015

Je suis Charlie


Der terroristische Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo war infam. Er galt keiner militärischen Einrichtung, keiner staatlichen Behörde. Zum Ziel wählten sich die Terroristen eine kritische, subversive und kompromisslos unabhängige Zeitung, die wie vielleicht kein anderes Presseorgan in der Französischen Republik für die Idee der Meinungsfreiheit steht. Der Terroranschlag sollte mitten in das Herz einer freien, vielfältigen und offenen Gesellschaft treffen. Mehr noch: Der Anschlag galt der Idee der offenen Gesellschaft selbst.
Treffen wollte man eine Gesellschaft, in der die Bürger unbesehen ihrer Herkunft und ihres Glaubens gleich an Wert und Würde, gleich an Rechten und Pflichten sind; eine Gesellschaft, die vom Gedankengut der Aufklärung durchdrungen ist; eine Gesellschaft der Toleranz, der Freiheit, der Menschenwürde. Diese offene Gesellschaft soll terrorisiert, zersetzt und letztlich zerstört werden, damit an deren Stelle jene hasserfüllte totalitäre Feind-Fratze treten kann, die sich die Terroristen wünschen.
Doch diesen Gefallen werden wir ihnen nicht tun. Wir werden diese offene Gesellschaft verteidigen. Mit Mut und Entschlossenheit, aber niemals mit den Waffen der Terroristen, niemals mit Hass, Gewalt und Ausgrenzung, sondern mit den stärksten Waffen der offenen Gesellschaft: mit Solidarität und Menschlichkeit, mit Toleranz und mit der unveräußerlichen und universellen Freiheit.
Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! 
Je suis Charlie.