Montag, 12. Januar 2015

Freiheit für Zhang Miao


Die dramatischen Ereignisse der letzten Tage haben viele Menschen veranlasst, über die Bedeutung der Pressefreiheit nachzudenken und sich nachdrücklich für deren Schutz einzusetzen. Das ist gut, denn nichts könnte totalitäre Fanatiker mehr frustrieren als diese demokratische und freiheitliche Widerständigkeit. In diesem Sinne ergeht der Appell an alle Bürger, Protest einzulegen gegen Verletzungen der Pressefreiheit und gegen Übergriffe auf Journalisten. 

Ein besonders empörender Fall betrifft die In China tätigen Mitarbeiter der Wochenzeitung Die Zeit: So wurde Zhang Miao, chinesische Mitarbeiterin von Die Zeit, vor nun bereits zwölf Wochen unter Vorgabe fadenscheiniger Gründe festgenommen. Sie befindet sich immer noch in Haft. Ihre Angehörigen erfahren von den Behörden fast nichts über das Schicksal der Verhafteten. Anfragen der Zeit-Korrespondentin Köckritz an die Behörden wurden mit Drohungen beantwortet. Die Journalistin hat das Land inzwischen verlassen. Auch diplomatische Bemühungen blieben bisher erfolglos. Die Behörden stellen sich taub und missachten selbst die in China geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Man ist offenbar gewillt, nach den Demokratiekundgebungen in Hong Kong Exempel an Medienschaffenden und Mitarbeitern von Korrespondenten zu statuieren. Das ist inakzeptabel. 

Öffentliche Aufmerksamkeit und nachdrückliche Anfragen bei chinesischen Stellen können helfen, die Schweigestrategie der Behörden zu unterlaufen und Blockaden zu überwinden. Hierzu kann jeder Beitragen. Bitte teilen Sie den Beitrag der Zeit und machen Sie auf das Schicksal von Zhang Miao aufmerksam.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/china-peking-festnahme-zeit-mitarbeiterin