Donnerstag, 18. September 2014

Better united

Das Votum der Schotten für einen Verbleib ihres Landes im United Kingdom ist wohl tatsächlich gut für Europa. Der Verbleib Großbritanniens in der EU wird nun wahrscheinlicher. Hier steht für 2017 eine noch schicksalhaftere Entscheidung an. Die Briten müssen sich dann entscheiden, ob sie den Herausforderungen unserer Zeit, zu denen der Terrorismus, die Stürme der Globalisierung, aber auch ein immer aggressiver auftretendes Russland mit einer neoimperialen Agenda gehören, allein meistern wollen oder gemeinsam mit den anderen Europäern. 

Ein Verlust des UK wäre für die EU eine Katastrophe und zwar gerade, weil die Briten den Finger in so manche Wunde der EU-Regulierungen und des institutionellen Gefüges in Brüssel legen. Solche Kritik kann die EU demokratischer und subsidiarischer machen, aber nur wenn das UK der Europäischen Union als Mitgliedsstaat erhalten bleibt.

Was Großbritannien angeht, so ist der status quo durch das Ergebnis keinesfalls zementiert. Die Abstimmung wird das UK verändern und seinerseits föderalistischer machen. Schottland hat sich im Zuge der Kampagne bereits verändert. Es ist selbstbewusster geworden, ohne sich letztlich in Romantik zu flüchten. 

Die schottische Abstimmung ist auch für alle Europäer relevant - und zwar für Regierungen und Bürger gleichermaßen. Denn sie kann den Europäern einen großen Anreiz bieten, gemeinsam für ein föderales und subsidiarisches Europa zu werben, in dem regionale und nationale Identitäten nicht mehr konkurrieren, sondern koexistieren und sich auf gesamteuropäischer Ebene zu einem großen Gemeinsamen zusammenfügen. Better united - auch hier.