Dienstag, 10. Dezember 2013

Mandela - Ohne Versöhnung kein Fortschritt


Der schwedische Autor Henning Mankell hat in der FAS einen sehr persönlichen und berührenden Essay über den verstorbenen Nelson Rolihlahla Mandela verfasst. Auf Grundlage seiner persönlichen Beziehung zu Mandelas Wirken entwirft er in diesem kurzen Stück tiefere Einsichten, die es verdienen, geteilt zu werden:

"(..) Ich glaube, dass uns Mandela - genau wie Gandhi - mit seiner Einstellung neue Werkzeuge an die Hand gegeben hat, die uns helfen, große menschliche und nationale Konflikte zu lösen. Für mich war Mandela immer jemand, zu dem man zurückkehren konnte, wenn das Leben wie Asche im Mund schmeckte. Trotz allem, habe ich dann gedacht. Trotz allem war es möglich, ein faschistisches politisches System zu brechen, ohne dass es ein Blutbad gab. Trotz allem!
Es war Mandelas großes Geschenk an die Menschheit zu zeigen, dass eine revolutionäre Veränderung Hand in Hand gehen kann mit Versöhnung. Auf die gleiche Weise war es auch ein Geschenk an mich."

Große Veränderungen können Hand in Hand gehen mit Versöhnung, so Mankell. Ich denke, nach den totalitären Erfahrungen der Vergangenheit man kann und muss diesen Gedanken konsequent zu Ende denken: Große Veränderungen, die Bestand haben sollen, müssen (!) Hand in Hand gehen mit Versöhnung. Ohne Versöhnung kann es letztlich keinen Fortschritt geben.