Dienstag, 6. November 2012

US-Wahlen: Ohne Diversitätskompetenz nicht mehr zu gewinnen


Wohl bereits bei der nächsten US-Präsidentschaftswahl werden Angehörige von "Minderheiten" die Mehrheit der amerikanischen Stimmbevölkerung stellen. Parteien und Politiker, die diese Milieus nicht erreichen können (oder wollen), werden sich
 kaum noch behaupten können. 

In unserer US-Verwandtschaft ist dieser Trend schon heute absehbar. Wohl nahezu ohne Ausnahme werden die Mitglieder unserer Familien den demokratischen Präsidentschaftskandidaten wählen und nicht den republikanischen Herausforderer, dessen Sprache und Positionen die Angehörigen der migrantischen communities nahezu ignoriert. 

Diese Entwicklung wird auch Deutschland bald erreicht haben. Die OB-Wahlen in Stuttgart (die deutsche Großstadt mit dem höchsten Migrantenanteil) haben hiervon einen ersten Eindruck vermittelt. Bereits heute hat jeder fünfte Mensch, der in Deutschland lebt, einen Migrationshintergrund. Der Fachkräftemangel, der bewirkt, dass uns bis 2030 ca. 4,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen, wird diese Zahl weiter ansteigen lassen. 
Wenngleich viele deutsche Politiker, die Augen vor dieser Einsicht verschließen, gilt auch für uns: Ohne Diversitätskompetenz werden Wahlen bald nicht mehr zu gewinnen sein.

Die amtlichen Zahlen sprechen bereits heute eine klare Sprache: 

Volljährige Deutsche mit Migrationshintergrund in Deutschland: 5.17 Mio. Menschen

Volljährige Deutsche mit Migrationshintergrund in NRW: 1.45 Mio. Menschen

(Stand 2010. Quelle: IT.NRW, Mikrozensus)

Wach endlich auf, deutsche Parteipolitik. Wer diese Zahlen ignoriert, wird nicht länger Volkspartei bleiben.