Samstag, 10. November 2012

Beteuerungsgeld

Das Betreuungsgeld wird langsam zum "Beteuerungsgeld". Von Hugo Müller-Vogg bis zur Rheinischen Post beteuern die konservativen Medien, das alles habe mit antiquierten Rollenbildern überhaupt gar nichts zu tun und erbringen noch bei diesen Beteuerungen den Gegenbeweis, indem die ganze Zeit ausschließlich von jungen Frauen die Rede ist, die zu Hause bleiben. 

Wer aber als Mann neugeborene Kinder betreut hat, hat das wohl auch gerne und qualifiziert getan. Die Wertschätzung der Konservativen hatten die erziehenden Väter aber offenbar nicht. Schon die Idee erscheint manchen konservativen Publizisten und Politikern so absurd, dass es nicht einmal Erwähnung findet. Eine echte "Wahlfreiheit" hatten diese Familien aufgrund des Kitaplatzmangels übrigens auch nur sehr selten. Das Betreuungsgeld sorgt dafür, dass dies alles so bleiben wird.

Wer diese Norm aber nicht für der Weisheit letzten Schluss hält, muss sich auf die Suche nach neuen Mehrheiten begeben. Egal, ob schwarz-rot, schwarz-grün oder rot-schwarz, das Betreuungsgeld würde bleiben. Die CSU bestünde kategorisch auf dieser Subvention. Rot-grün ist auch mit Phantasie meilenweit von einer eigenen Mehrheit entfernt und die Linke bleibt verlässlich politikunfähig. An rechnerisch denkbaren Optionen zur Durchsetzung einer fortschrittlichen Gesellschaftspolitik bliebe nur eine Ampel. Das sollten die Gesellschaftspolitiker und Parteistrategen aller Lager überdenken.