Montag, 1. Oktober 2012

Medienfilz - Nürnberger Abendzeitung und Söder


Die Nürnberger Abendzeitung/AZ, mithin das publizistische Sprachrohr des Söderismus, gibt auf. 

Söder war es gelungen, seinen ehemaligen Sprecher Andreas Hock als Redaktionsleiter zu installieren, nachdem das Blatt im Jahre 2010 von dem scheinbar machtnahen Medienmagnaten Gunther Oschmann erworben worden war. 

Nachdem Oschmann in den vorangegangenen Jahren bereits eine Vielzahl regionaler Rundfunkstationen unter seine Kontrolle bringen konnte, übte der Unternehmer nach der Übernahme der Nürnberger Boulevardzeitung eine Medienmacht in der Region aus, die ihresgleichen suchte. 

Insbesondere seine Nähe zum bayerischen Minister Söder dürfte ihm hierbei genützt haben. Oschmann ist in den vergangenen Jahren als einer der Protagonisten und Hauptprofiteure eines vielfach zitierten bayerischen „Medien-Filz“ (taz) bekannt geworden. Nicht zuletzt dank seiner exzellenten Kontakte zur Regierungspartei CSU und der erstaunlichen Duldsamkeit staatlicher Aufsichtsbehörden konnte Oschmann in den letzten Jahren enorm expandieren. 

Zumindest im Printbereich ist dieses Geschäftsmodell an seine Grenzen gestoßen. Auf die Schützenhilfe der AZ Nürnberg muss Markus Söder fortan verzichten. Sein Jugendfreund Andreas Hock jedoch dürfte eine lukrative Anschlussverwendung in der Umlaufbahn des Ministers finden. Dem gut vernetzten Söder selbst bleibt nur noch die Münchner Redaktion der AZ und die notorische Angela Böhm. Aber auch das Münchner Boulevardblatt darbt und die Landtagswahlen 2013 könnten dafür sorgen, dass der eine oder andere Sumpf endgültig austrocknet.