Samstag, 28. Juli 2012

taz

Nach sechs Wochen Probeabo überlegte ich ernsthaft, die linksalternative Tageszeitung "taz" weiter zu beziehen. Die Themenkomplexe Bürger- und Menschenrechte, Klima/Umwelt und Asyl/Flüchtlinge werden sehr gut abgebildet. Die Berichterstattung über Afrika erscheint mir herausragend. Natürlich ärgert man sich über so manchen Kommentarbeitrag, aber das ist schliesslich das erklärte Programm der taz. Diesbezüglich warnt man die Leser schon im ersten Anschreiben.

Bemerkenswert fand ich die Stellung der taz gegenüber der FDP. Die taz berichtet nun wahrlich nicht liebesdienerisch über die FDP. Die meisten Beiträge über die Liberalen sind aber in Bezug auf die verschiedenen Personen und Positionen tatsächlich außerordentlich differenziert und damit oft deutlich fairer als viele Elaborate in den restlichen Blätter mit überregionalem Anspruch.

Diese Einsichten stellte ich auf meiner Facebook-Seite zur Diskussion und erhielt überraschenderweise großen Zuspruch von Parteigängern und Politikern von SPD, FDP und CDU. Ein liberalkonservativer christdemokratischer Spitzenpolitiker alter Schule schreib: "Immerhin scheint die taz als einzige Zeitung nicht von der BILD abzuschreiben" . Das Argument war schlagend. Ich werde die taz wieder abonnieren. Auf Empfehlung eines konservativen Edelmannes. Die Welt ist unübersichtlich geworden. Ein Grund zur Freude.



Verschwörungstheoretiker

Dass sich CIA und "jüdisch-zionistische Lobby" zu einer perfiden Verschwörung gegen den gerechten und toleranten Präsidenten Assad zusammengerottet hätten, gehört bei Links- und Rechtsextremisten, welche nach eigenen Angaben die Bezeichnung "Antiimperialisten" vorziehen, mittlerweile zum Allgemeingut. 

Die nicht minder dümmliche These, dass CIA und "jüdisch-zionistische Lobby" sich mittels der Ratingagenturen der plutokratischen Wall Street gegen das (sich von den bösen USA emanzipierende) gute Europa verschworen hätten, scheint für die rechten und linken Verschwörungstheoretiker eine willkommene und vermeintlich plausible Ergänzung ihres Weltbildes zu bieten.


In den wirren Köpfen der Verschwörungstheoretiker ordnen sich die disparaten Teile einer komplexen Wirklichkeit zu einem einzigen und teuflisch konsistenten Plan. Anders ausgedrückt: Diese vermeintlich komplexe Welt ist eigentlich sehr übersichtlich. Zumindest für braune und rote Ideologen. Und für Idioten.

Olympia in London - Einheit in Vielfalt

Vor den Olympischen Spielen in Peking haben die kommunistischen Behörden des Landes die gesamte Stadt nach Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderten durchsucht und diese vor der Eröffnungsfeier aus der Stadt gebracht. In London hingegen haben Menschen mit Behinderungen jedes einzelne Element einer einzigartigen Eröffnungsfeier mitgestaltet. Mit Stolz und Würde. Als aktive Teilnehmer. Gestern haben ein facettenreiches Land und eine sehr diverse Gesellschaft, die in London und Großbritannien zugleich auch eine multiethnische und multireligiöse ist, eine Idee von Inklusion vermittelt. Ein Bild von Einheit in Vielfalt, Respekt und Toleranz. Und was für ein großartiges Bild sie hinterlassen haben. Die Welt wird sich erinnern.