Dienstag, 27. März 2012

Gauck und die neue Rechte

Bundespräsident Joachim Gauck ist gestern in Warschau eingetroffen. Die Republik Polen zum Ziel seiner ersten Auslandsreise zu machen, sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Die unschuldig anmutende präsidentielle Reiseplanung bringt einen Standpunkt und eine Haltung zum Ausdruck: Versöhnen statt Spalten, Respekt statt Revanchismus, gesamteuropäische Solidarität statt engherziger Nationalismus.

Für Ewiggestrige und Rechtsextreme wird dieser Bundespräsident absehbar zur veritablen Hassfigur werden. Denn nicht nur außen- sondern auch gesellschaftspolitisch hat Präsident Gauck bereits erste Wegmarken gesetzt. Das rassistische Portal PI News schäumte anlässlich der Antrittsrede Gaucks: "Die wenig originelle Aneinanderreihung standardisierter Floskeln lässt nur eine Schlossfolgerung zu: Da sprach kein leidenschaftlich demokratischer Freigeist, sondern in der Tat Wulffs Nachfolger, der zweite Präsident einer dogmatisch ausgerichteten, zunehmend totalitären Bunten Republik."

Der rechte Hass, der aus dieser Polemik spricht, ist nicht weniger als die erste Auszeichnung für den Bürgerpräsidenten Gauck. Wie drückte es Joachim Gauck selbst so treffend aus: "Euer Hass ist unser Ansporn!" Dieser Bundespräsident Gauck hat tatsächlich den Ehrgeiz, Präsident der Bunten Republik, also der Präsident aller in Deutschland lebenden Menschen, zu werden. Wir sind auf einem guten Weg!