Mittwoch, 15. Februar 2012

Sahra Wagenknechts revolutionäres Rollenverständnis

Die Kommunisten von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren! Meist wollen sie ja nicht einmal mehr Kommunisten sein, außer sie sind gerade bei ihnen selbst etwas peinlichen Versammlungen von Volkssolidarität oder ISOR zu Gast, wo ein Mindestmaß an DDR-Folklore zwingende Vorraussetzung für die Zustimmung der mittlerweile völlig vertrottelten SED-Scheintoten ist, die immerhin rund 60% der Parteimitglieder stellen.

Was für ein Lichtblick war da doch die Rosa-Luxemburg-Nachahmerin Sahra Wagenknecht. Die schreckte vor gar nicht so langer Zeit nicht einmal davor zurück, Stalins millionenfaches Morden sagen wir mal: "ausgesprochen differenziert" zu betrachten und selbst Grüne als verachtenswerte Feinde der Arbeiterklasse zu beschimpfen. Endlich wieder ein würdiger Gegner, dachte man.

Mittlerweile sieht man Sahra als devot-apolitische Gespielin des politischen Silberrückens Lafontaine bei übel provinziellen Karnevalssitzungen und zwar mit einem Lächeln, das nicht einmal Karin Stoiber so rammdösig hinbekommen hätte. Dieses Lächeln ist auch noch für BILD und den Saarländischen Rundfunk bestimmt. Wie tief kann man denn noch sinken?

Wegen ihrem lieben Schatz möchte Wagenknecht nicht einmal mehr Parteivorsitzende werden. Man will ja schließlich kein Familienunternehmen führen. Was sollen denn da die Leute sagen? Um sich auch als liebende Gefährtin eines großen Mannes selbst zu verwirklichen, darf Sahra aber ab und an zum politischen Gassi-Gehen zu Anne Will, wo sie inzwischen selbst von CDU-Mann Geißler links überholt wird.

Das alles ist so deprimierend, so spießig, unmodern und kleinbürgerlich, dass selbst hartgesottene Anti-Kommunisten das Grausen bekommen. Irgendwie hätte man doch ein bisschen mehr erwartet.