Mittwoch, 22. Februar 2012

Ermordet wurden nicht Döner, sondern Menschen. Sie hatten Namen. Sie waren unsere Nachbarn und Mitbürger.

Heute gedenkt Deutschland der Opfer der neonationalsozialistischen NSU. Während die Namen der Mörder jeder kennt, sind die Namen der Ermordeten in dem Land, dessen Behörden die Sonderkommission "Bosporus" bildeten und dessen Medien den Begriff "Dönermorde" erfanden und damit die Opfer kriminalisierten und stigmatisierten, nur wenigen bekannt. Doch ermordet wurden nicht Döner, sondern Menschen. Sie hatten Familien und Freunde. Sie hatten Namen. Wir trauern heute um unsere Nachbarn und Mitbürger:

Enver Şimşek (ermordet am 9. September 2000, Nürnberg)

Abdurrahim Özüdoğru (ermordet am 13. Juni 2001, Nürnberg)

Süleyman Taşköprü (ermordet am 27. Juni 2001, Hamburg)

Habil Kılıç (ermordet am 29. August 2001, München)

Mehmet Turgut (ermordet am 25. Februar 2004, Rostock)

İsmail Yaşar (ermordet am 9. Juni 2005, Nürnberg)

Theodoros Boulgarides (ermordet am 15. Juni 2005, München)

Mehmet Kubaşık (ermordet am 4. April 2006, Dortmund)

Halit Yozgat (ermordet am 6. April 2006, Kassel)

Michèle Kiesewetter

Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen - so schrieb es mir heute auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung - den strukturellen Rassismus, der zu dieser Situation geführt hat, klar benennen.