Dienstag, 17. Januar 2012

Dönermorde und Gutmenschen

‎"Dönermorde" ist das Unwort des Jahres. Diese Wahl ist eine glückliche, denn sie legt den Finger auf die Wunde einer in den deutschen Medien und Behörden grassierenden Entsolidarisierung mit Migranten. Nicht zuletzt auf Anregung von Mehmet Gürcan Daimagüler, der die Familie eines der Opfer der neonationalsozialistischen Zwickauer Fememörder vertritt, haben zahlreiche Facebook-Freunde "Dönermorde" als Vorschlag für das Unwort des Jahres eingereicht. Ihnen gilt ebenso Dank wie einer verständigen Jury!

Auf dem zweiten Platz liegt der schreckliche Begriff "Gutmensch". Auch dieses Un-Wort ist verstörend. Doch was - abgesehen von der diffamatorischen Intention seiner Schöpfer - irritiert uns eigentlich an diesem Begriff? Wollen wir uns stattdessen zu Gehässigkeit und Zynismus bekennen Warum sollte man nicht dazu stehen, ein Gutmensch zu sein? Keine redliche Persönlichkeit kann doch ernsthaft den Ehrgeiz besitzen, ein schlechter Mensch zu sein. Joachim Gauck betonte in einem Interview, dass er sich meinetwegen gern dazu bekenne, ein Gutmensch zu sein. Tun wir es ihm gleich! Seien wir bekennende Gutmenschen!