Dienstag, 10. Januar 2012

Der Preis ist zu hoch: Europa und die Finanztransaktionssteuer

Die Süddeutsche Zeitung erklärt den Vorstoß von Frankreichs Präsidenten Sarkozy für eine Finanztransaktionssteuer zum Wahlkampfgag. Dieser Einsicht kann man sich kaum verschließen. Tatsächlich erscheint nur schwer ersichtlich, was der krisengeplagten Euro-Zone die isolierte Einführung einer Finanztransaktionssteuer - außer vielleicht einem Wahlsieg Sarkozys - eigentlich bringen sollte.
Natürlich: Unter Umständen ließen sich ein paar Steuermilliarden mehr machen (jedoch weitaus weniger als prognostiziert, denn Kapital ist mobil). Die potentiellen Kollateralschäden der vermeintlichen Wunderwaffe Finanztransaktionssteuer hingegen sind offensichtlich und furchterregend: Der Finanzplatz Europa könnte sich ins Abseits stellen, die EU könnte Großbritannien als Mitglied verlieren und den ohnehin nicht sehr populären Bonds mancher Euro-Staaten drohten potentielle Käufer abhanden zu kommen.
Die Finanztransaktionssteuer kann möglicherweise einen linken Fetisch befriedigen (obwohl nicht einmal die als ungerecht empfundenen Profite großer Anleger besteuert würden, sondern die Transaktionen aller Marktteilnehmer, was Lebensversicherungen und Altervorsorgefonds verteuern dürfte). Die Euro-Krise und die Krise der EU aber würde diese Steuer nicht beenden, sondern unter Umständen sogar weiter verschärfen. Dieser Preis ist zu hoch!