Dienstag, 18. Oktober 2011

Leyen und Schröder: Good-cop/bad-cop

Die Bilder waren großartig, die Einlassungen der beiden Unionsfrauen ausdrucksstark. Doch das ansonsten eigentlich gut inszenierte "good-cop/bad-cop/Spiel" zwischen Frau von der Leyen und Frau Schröder krankte daran, dass sich bisher wohl keine der beiden Apparatschiks den uneingeschränkten Respekt real berufstätiger Frauen verdienen konnte. Die privatwirtschaftliche Berufswelt ist letztlich beiden ziemlich fremd und leider merkt man das auch den Konzepten beider Ministerinnen deutlich an.
Pläne Schröders, die Herdprämie einzuführen, wecken zudem berechtigte Zweifel an der familienpolitischen Modernität der Unionsschwester. Schon das Elterngeld v. d. Leyens erfüllte - außerhalb der Beamtenschaft, in der Realwirtschaft - letztlich nur die Funktion eines Übergangsgeld für berufstätige Frauen, die sich auf Raten aus dem Berufsleben zurückziehen.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Diskussion um die von v. d. Leyen gewünschte Quote nur ein Ablenkgefecht. Eine Quote wird keiner einzigen Familie dabei helfen, dass beide Partner Kinder und Beruf in Einklang bringen können, wenn sie das wünschen. Genau an der Eröffnung dieser Möglichkeit aber sollte sich moderne Familienpolitik orientieren.