Montag, 24. Oktober 2011

Feindliche Übernahme: Henkel will FDP übernehmen

Hans-Olaf Henkel bekräftigte am Montag im Handelsblatt (S. 14 f.) seine Bereitschaft, die FDP nach einem von ihm herbeigesehnten Sieg der Gruppe um Schäffler übernehmen und zu einer "Euro-kritischen" Formation umgestalten zu wollen. Ein solches Szenario hält indes nicht einmal Henkel für sehr wahrscheinlich. Eher kann er sich vorstellen, dass die betreffenden Abgeordneten aus der FDP-Fraktion austreten, um den Nukleus einer solchen Partei (unter seiner Führung) zu bilden.

Wenigstens Henkel lässt niemanden im Argen über seine weitergehenden politischen und persönlichen Absichten. Die Gruppe von Schäffler hingegen hat wieder einmal versäumt, sich von Henkel (oder sonst jemandem im teils atemberaubend verhetzten Unterstützumfeld) abzugrenzen. Aber auch das ist ja eine Art Aussage, die bei der Entscheidungsfindung Berücksichtigung finden sollte.

Schäffler selbst postete Henkels Statusmeldungen in den letzten Tagen immer wieder im Internet. Die Reaktion kam prompt. Schäfflers Unterstützer bestürmten ihn begeistert, wann es denn endlich so weit sei, dass Henkel und Schäffler eine neue Partei gründen würden? Frank Schäfflers Antwort war karg: ‎"das habe ich nicht vor". Ein überzeugendes Dementi, das über den Tag des ESM-Entscheides hinausreicht, klingt anders.

"Treten Sie in die FDP ein, nehmen Sie an dem Mitgliederentscheid teil. Wenn das Ergebnis am Ende nicht paßt, treten Sie einfach wieder aus.“ sagt Hans-Olaf Henkel mittlerweile völlig ungeniert. Auch die diffuse Unterstützerszene aus EUdSSR-Fatalisten, libertären Verschwörungstheoretikern und Wilders-Adepten hat den Brückenschlag längst vollzogen, wie auch der verlinkte Beitrag von Aaron Koenig demonstriert: http://www.antibuerokratieteam.net/2011/10/31/hans-olaf-henkel-der-euro-und-die-fdp/comment-page-1/ (Herr Koenig bemühte sich erst vor kurzem um einen Vorstandsposten in der ominösen und Wilders-affinen Partei "Die Freiheit").

Die FDP-Mitglieder sollten sich keine Radikalisierung aufzwingen lassen- weder von innen noch von außen! Henkel, der den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone wünscht und Genscher als "Ärgernis" bezeichnet, steht für diese Radikalisierung. Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass sich endlich proeuropäische FDP-Mitglieder im Netz gefunden haben, die sich gegen diese Entwicklungen stemmen und entschlossen sind, das Erbe Genschers zu bewahren.

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