Freitag, 7. Oktober 2011

Europa- mit oder ohne CSU

Europa, so der CSU-Ehrenvorsitzende Waigel, hat uns Deutschen „die Ehre wiedergegeben“. Es gibt nur noch sehr wenige Menschen in der Partei von Franz-Josef Strauß, die in diesen Kategorien denken (können). Heute postuliert der gegenwärtige Parteivorsitzende Horst Seehofer apodiktisch:"Die Vereinigten Staaten von Europa wird es mit der CSU nicht geben" (Quelle: www.csu.de 07.09.2011). Sehenden Auges bringt er die CSU auf Konfrontationskurs zur Schwesterpartei und beraubt sie durch apodiktische Festlegungen ihrer Zukunftsfähigkeit.

Die Jagd nach vermeintlichen demoskopischen Geländegewinnen dominiert über den strategischen Sachverstand. Oder wie mir jüngst ein Mann aus dem engsten Umfeld von FJS schrieb: "Früher regierte die CSU die Stammtische, heute regieren die Stammtische die CSU." Dementsprechend steht es auch um das Ansehen der Christsozialen. Ein trauriges Bild.

Die CSU täte nach drei Jahren des programmatischen und organisatorischen Verfalls gut daran, sich wieder an die Einsichten eines Waigel, eines Habsburg und auch eines Franz-Josef Strauß zu erinnern. Nur dann kann sie ihrer Verantwortung für Bayern gerecht werden, dessen Zukunft in einem vereinten Europa liegt. Mit oder ohne CSU.