Freitag, 30. September 2011

Der 30. September bedeutete das Ende der DDR

Am 30.09.1989 reiste Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) nach Prag. Vom kleinen Balkon der deutschen Vertretung begann er den Satz: "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...". Der Rest ging unter im frenetischen Jubel von fast 6.000 Deutschen aus der DDR.
Genscher kommentierte diesen Tag später mit den Worten: "Es war für mich ein tiefer Einschnitt, es hat mich unglaublich bewegt und es hat mich sehr glücklich gemacht. Ich glaube, das wird jeder sofort verstehen. Ein tiefer Einschnitt, weil in diesem Augenblick klar war: Die DDR kann die Mauer auf Dauer nicht halten."
Für Genscher waren Deutsche Einheit und europäische Einigung immer untrennbar miteinander verbunden. Diese Einsicht ließ ihn vor der Geschichte bestehen. Seine Partei trat ein für Einigkeit und Recht und Freiheit - für ganz Europa. Der 30. September darf daran erinnern.
Genschers Partei wird sich in diesen Wochen entscheiden müssen, ob sie diese Partei, die Partei Genschers, bleiben möchte oder sich stattdessen einer konjunkturellen Euroskepsis öffnet, wie dies jüngst in Berlin erprobt wurde. Der Souverän Berlins hat dieses Experiment mit einer schallenden Ohrfeige beantwortet. Man darf durchaus mutmaßen, dass Genscher der Ehrenbürger Berlins, obdessen erleichtert war.