Freitag, 8. April 2011

Mythos von der Unfähigkeit der Muslime zur Demokratie als Grundannahme der inneren und äußeren Politik

In der Außenpolitikforschung herrscht Uneinigkeit, ob für foreign policy grundsätzliche andere Bedingungen gelten als für andere policy-Felder. Diskursive und konzeptionelle "spill-over" zwischen Innen- und Außenpolitik gibt es aber in jedem Fall: Das sich nun als voraufklärerischer Mythos erweisende Konzept von der Unfähigkeit der Muslime zur Demokratie galt über Jahre quasi als Axiom und war damit auch Grundannahme der westlichen Regierungen für die Formulierung ihrer Außenpolitik. Wen kann es daher verwundern, dass diese Weltsicht und die Annahme zivilisatorischer Minderwertigkeit ganzer Kulturen auch auf die innenpolitische Integrations- und Zuwanderungsdebatte übertragen wurde?