Montag, 25. April 2011

Berliner Appell für Ai Wei Wei

Im Zuge des arabischen Frühlings scheint sich die paranoide Angst der Kommunistischen Partei Chinas vor dem Verlust der totalitären politischen Kontrolle über das immer vielschichtigere Land ins Groteske zu steigern. Am Ostersonntag wurden gar im Freien betende evangelische Christen festgenommen.

Wichtiger jedoch als die Kontrolle friedlicher Christen, Buddhisten und Muslime, die sich durch ihren Glauben dem totalitären Wahrheitsanspruch der KPCh entziehen, ist für Peking die Repression gegen die intellektuelle Avantgarde des Landes. Der international bekannte Künstler Ai Wei Wei ist seit Wochen verschwunden. Er ist sicherlich einer der prominentesten politischen Gefangenen der Welt, aber in China nur einer von vielen. Gleichwohl ist sein rechtsstaatswidriges Verschwinden ein Symbol an die gesamte chinesische Gesellschaft und auch ein Test für den Westen. Peking weiss schon lange nicht mehr, wie weit Staatssicherheit und Partei gehen können, ohne schmerzhafte und kostspielige Reaktionen im In- und Ausland zu ernten. Sollte das Verschwinden des international renommiertesten Künstlers aus China mit Schulterzucken hingenommen werden, wird man fortfahren. Peking muss aber wissen, dass es sich durch sein Verhalten im Fall Ai für viele Projekte disqualifiziert. Unterdrückung muss ihren Preis haben

Bitte unterzeichnen Sie daher den Berliner Appell für Ai Weiwei. Sie schützen und unterstützen damit nicht nur Ai und viele andere politisch verfolgte Intellektuelle in China, sondern auch die bisherigen deutschen Unterzeichner, die das von Peking eingeforderte Schweigen endlich überwunden haben und sich nun trotz vielfältiger Interessenlagen bekennen. Ostern ist ein guter Zeitpunkt für ein Bekenntnis zur Freiheit!

http://www.berlinerappell-freeaiweiwei.com/
http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/lasst-ai-weiwei-frei/