Donnerstag, 31. März 2011

Brandenstein: Erkläre Beitritt zum Liberal-Islamischen Bund

Sieben Wochen ohne Ausreden lautet die Losung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Fastenzeit. Als bemühter Lutheraner versuche ich redlich, mir dieses zu Herzen zu nehmen und habe heute den Antrag auf Mitgliedschaft im Liberal-Islamischen Bund/LIB e.V. gestellt. Ich hoffe, dass meinem Ansinnen entsprochen wird, glaube aber, in Frau Lamya Kaddor und Herrn Kamuran Sezer gute Bürgen zu haben.

Im Liberal-Islamischen Bund sind zahlreiche Andersgläubige (vornehmlich noch Anhänger der beiden anderen Buchreligionen) vertreten. Sie besitzen zwar kein Stimmrecht, doch nehmen Anteil an einem aufregenden Diskurs über Identität, Kultur, Religionen und ihr Verhältnis zueinander und nicht zuletzt über republikanische und pluralistische Werte, denen sich die liberale Organisation konsequent verschrieben hat. Angesichts des IST-Zustandes der FDP sind Verbände und NROs wie amnesty international, ProAsyl, der Bund der Steuerzahler, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Typisch Deutsch e.V. oder eben der Liberal-Islamischen Bund nicht die schlechtesten Plattform, um liberale Politik zu gestalten.

Bei meinem Schritt geht es mir nicht allein darum, in Zeiten der Polarisierung und wiederauflebender Ressentiments ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Auch die wichtige Aufgabe, der deutschen Öffentlichkeit zu vermitteln, dass die überragende Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime verfassungstreue Staats- und Mitbürger sind und auch der politische Liberalismus eine erhebliche Anziehungskraft auf diese besitzt, stand nicht im Vordergrund. Ich verstehe meinen Beitritt vielmehr und vorrangig als ein Bekenntnis zu meinen Landsleuten und Mitbürgern: den muslimischen Deutschen.
#DeutschlandeinigVaterland

Links:
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