Mittwoch, 23. Februar 2011

Besuch bei meiner tunesischen Schneiderin

Einmal wieder bin ich zu Besuch bei meiner tunesischen Schneiderin, die voller Abscheu über Gaddafis Brutalität ist. Sie ist zornig, aber zuversichtlich. Demokratie und Freiheit seien nun nicht mehr aufzuhalten. Man merkt ihr den patriotischen Stolz an, dass dieser Funke aus ihrem Heimatland übergesprungen ist. Ägypten, Libyen, Bahrain. Das sind auch ihre Revolutionen.

Bei der Verabschiedung ruft sie mir zu. "Wir sind das Land der Jasmin-Revolution! In China wurden Menschen verhaftet, die unser Symbol getragen haben." Und wieder einmal staune ich, welche Kraft und Würde diese kleine Frau aus diesem kleinen Land aus den jüngsten Zeitläufen geschöpft hat.

Wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass der Ruf nach Veränderung, der unbedingte Wille zur Freiheit, einmal Tunesiens großes Geschenk an die globalisierte Welt werden würde.