Donnerstag, 27. Januar 2011

Bahn AG

Wer erfahren möchte, wie der chinesische Staatskapitalismus (nicht) funktioniert, sollte sich mit der BAHN AG befassen. Ein teilprivatisierter Staatskonzern zieht mit Rückendeckung der Politik und dem Geld der Steuerzahler eine Schneise der ökologischen und kulturellen Verwüstung durch das Land, nur um mittels schamlos überdimensionierter Bautätigkeiten möglichst hohe Umsätze zu generieren. Die tatsächlichen Effizienzgewinne (und nur die sind ökonomisch letztlich relevant) sind oft bescheiden. Das Wissen um die vermachteten Strukturen von Staatsunternehmen und Politik sowie um die Praktiken von Verkehrsbau und -planung erklärt durchaus einen Teil des legitimen Unmutes der in Stuttgart geäußert wurde. Die Bürgergesellschaft ist vielleicht wirklich nicht mehr willens, solch vordemokratische und intransparente Prozesse und Strukturen zu ertragen. Zumindest das ist eine gute Entwicklung.