Mittwoch, 24. November 2010

Volksaufstand

Die zum Medienkonglomerat der Partei Die Linke gehörende Tageszeitung jungeWelt lädt heute zur Vernissage. Titel der Veranstaltung, die immerhin von Ulla Jelpke, der innenpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion, eröffnet wird: „90 Stunden Volksaufstand“.
Wer hier eine späte Würdigung des Volks- und Arbeiteraufstandes gegen die SED-Diktatur vermutet, irrt. Mit „Volksaufstand“ bezeichnet man die „Demonstrationen und Blockaden gegen den Castortransport nach Gorleben 2010“
Wer nun aber wissen, möchte, wie man bei jungeWelt den tatsächlichen Volksaufstand im Jahre 1953 bewertet, erfährt von SED-Mitglied und DDR-Apologet Siegfried Prokop, dass es sich hierbei um eine perfide inszenierte Verschwörung westlicher Geheimdienste gegen die noch junge DDR gehandelt habe. Ein Volks- (geschweige denn Arbeiter-) aufstand gegen eine sozialistische Regierung wird erwartbar schon aus grundsätzlichen Erwägungen negiert.
Konsequenterweise bezeichnet Prokop den Volksaufstand in der DDR als „Junirebellion“ und teilt sein Wissen um die Hintergründe des 17. Juni 1953 - Zu Ursachen, Charakter und Folgen der Junirebellion, über Erinnerungen und Inszenierungen mit uns Unwissenden.
Der Begriff "Volksaufstand" jedoch gehört nach dieser Zurechtrückung à la DDR-Historiographie wieder ganz den fortschrittlichen sozialistischen Kräften.
#Eine ziemlich ekelhafte Geschichtsklitterei