Montag, 4. Oktober 2010

Scharfenberg-Stasi-Netzwerk in Potsdam

Vielleicht lag es ja doch am Jahrestag der Deutschen Einheit, dass Stasi-IM und SED-Kader Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg nun doch nicht zum Oberbürgermeister der ehrwürdigen Residenzstadt Potsdam gewählt wurde. Der Kandidat der Partei DIE LINKE scheiterte in der gestrigen Stichwahl gegen den - auch von CDU, FDP und Bündnisgrünen - unterstützten Sozialdemokraten Jakobs.
Potsdam bleibt dadurch einiges erspart, denn Scharfenberg ist ein Ewiggestriger. Ein unverbesserlicher Apologet der roten Diktatur. Der Doktor der DDR-Staatswissenschaft ist bekennender Stasi-Mann, der bis heute die Meinung vertritt, mit der Bespitzelung seiner Mitbürger letztlich nur der Humanität gedient zu haben. Mit dieser Meinung befindet sich Scharfenberg in der Brandenburger Linkspartei in bester Gesellschaft. Auch seine Landtagskollegen Axel Henschke, Thomas Nord und Fraktionschefin Kerstin Kaiser waren willige und überzeugte Stasi-Spitzel. Letztere bekannte jüngst fröhlich: „Die Stasi war der Geheimdienst eines souveränen Staates.“ Reue oder Bedauern hören sich anders an.
Folgerichtig unterstützen Scharfenberg, Kaiser und Kollegen auch als Koalitionspartner der SPD die Stasiinteressenvertretung ISOR („Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe und der Zollverwaltung der DDR“) nach besten Kräften. Die Mitglieder der ISOR dürften die SED wohl nie verlassen haben und sind darum nun automatisch Mitglieder der Linkspartei, die wiederum diese Treuesten der Treuen nicht im kapitalistischen Regen stehen lässt.
Nun hüte man sich vor Pauschalurteilen! Tatsächlich konnte bisher nicht bewiesen werden, dass es Mitglieder in der Landtagsfraktion der Linkspartei gegeben hat, welche die alten Stasi-Kader nicht (!) unterstützen.