Donnerstag, 16. September 2010

DIE ZEIT und der Rechtspopulismus

Die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT befasst sich fast ausschließlich mit dem Thema, ob in Deutschland eine rechtspopulistische Partei entstehen könnte. Der Erkenntniswert der wortreichen Beiträge liegt praktisch bei Null. Dies nicht zuletzt, da sich die Redakteure in ihrem eigens geschaffenen Labyrinth aus semantischen Worthülsen vollends verlaufen, so dass sie am Schluss selbst nicht mehr wissen, was oder wer nun eigentlich "konservativ", "rechts", Spinner, Populist oder doch irgendwie Sozialdemokrat ist. Dem Bundesinnenminister attestieren die geradezu unerträglich eitlen Hamburger, er sei eigentlich gar kein Konservativer, sondern eher wie ein ZEIT-Redakteur, nämlich "abwägend, differenzierend, reflexiv".
Nur ganz am Rande wird erwähnt, dass es in Berlin längst zur Gründung einer rechtspopulistischen Partei gekommen ist. Eine Dokumentation über deren Auftreten und Erscheinungsbild hätte weitaus mehr Aussagekraft hinsichtlich des Themas besessen, als alle ZEIT-Artikel dieser durchwegs entbehrlichen Ausgabe zusammen. Aber dafür hätte man ja auch ernsthaft recherchieren müssen. Bei solch einer peinigenden Recherche hätte man allerhand erfahren. Zum Beispiel, dass als Gründer der grenzdebilen Partei neben dem stadtbekannten Irren, René Stadtkewitz, auch ein Herr Aaron Koenig fungiert. Koenig ist aber ein langjähriger Mitarbeiter eben jener ZEIT. Er hat sogar den Relaunch des Internetporttals Zeitonline mit seiner IT-Agentur durchgeführt.
Koenig dürfte sich die ihm zugesprochenen Attribute stolz ans Revers heften, wenn er als Ko-Chef der deutschen Rechtspopulisten den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders am Vorabend der Deutschen Einheitsfeier zu einem sicherlich "abwägenden, differenzierten, reflexiven" Vortrag nach Berlin einlädt.