Donnerstag, 23. September 2010

CSU in Bayern unter 40%

Umfragen verheißen den Grünen im Freistaat Bayern 23% der Stimmen. Die CSU hingegen ist nunmehr gar unter die Schwelle von 40% gefallen. Von ethischen Erwägungen abgesehen muss es nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund irritieren, dass sich manch führender CSU-Politiker geriert, als konkurriere die CSU nicht mit den Grünen um Wählerstimmen, sondern vielmehr mit der NPD um die schärfsten und plakativsten Formulierungen gegen die Türkei und die EU, gegen Muslime und Migranten.
Einer dezidiert euroskeptischen und latent fremdenfeindlichen Partei, die zudem ordnungspolitisch irrlichtert und sich apodiktisch der Kernkraft verschreibt, wird es auch in Bayern nicht mehr gelingen, politische Mehrheiten zu organisieren.
Der Rechtspopulismus mag im Aufwind sein und manchen Gruppen tatsächlich als probates Mittel zur Stimmenmaximierung gelten. Für eine große klassen- und milieuübergreifende Volkspartei hingegen, die sich notwendigerweise in der breiten Mitte der Gesellschaft verorten muss, zahlt sich die ressentimentgeladene Politik der großen Vereinfacher jedoch nicht aus.