Samstag, 21. August 2010

GOOGLE und die CSU-Ministerin - Auch Aigner fürchtet die systematischen Bespitzelungen eines CSU-Kollegen mehr als die Datensammlung von Google

Der Kampf gegen das ”Feindbild Google” (DIE ZEIT) nimmt hysterische und teils bizarre Züge an. In diesem Zusammenhang entbehrt es nicht einer gewissen (vollends unfreiwilligen) Komik, dass der Kampf gegen das US-Unternehmen aus gerechnet von einer CSU-Politikerin geführt wird.

In Teilen der CSU-Führung ist es - im Zuge einer allgemeinen moralischen Degeneration - bereits vor Jahren üblich geworden, Parteifreunde teils bis ins Schlafzimmer hinein zu bespitzeln. Mit dem Abfotografieren von öffentlich zugänglichen Bereichen hält man sich schon längst nicht mehr auf. Man gräbt tiefer und durchleuchtet dank der berühmten ”Verankerung im vorpolitischen Raum" jeden Winkel der persönlichen vita der Konkurrenten. Was dann noch nicht ganz paßt, wird passend gemacht und kolportiert. Die Ergebnisse der - teils sehr aufwendigen - Investigationen werden an ausgewählte Pressekontakte zu geben. Diese medialen Komplizen breiten die ”Verfehlungen” mit einem heuchlerischen Spießertum aus, das ein FJS zu seinen Zeiten nie akzeptiert hätte. Der bevorzugte im Gegensatz zu einigen seiner Enkel das offene Visier.

Einige subalterne Recherchierende wie Höhenberger und Zorzi sind bei diesen sinistren Aktivitäten aufgeflogen, doch Stoibers altes Netzwerk versorgte sie auch nach dem Fall mit hohen bayerischen Beamtenposten. Auch Stoibers Mann fürs Grobe aus der Parteizentrale wurde auf Wunsch des Chefs verschont und mit einem Posten versorgt. Nun hat dieser micht zuletzt seines Wissens seine Macht im Freistaat weiter ausgebaut. Ihm steht nun ein ganzes "Lebensministerium" zur Verfügung, dass sich tatsächlich mit dem "Leben der anderen" befasst.

Man darf annehmen, dass auch Frau Aigner die Datensammlungen Googles weitaus weniger fürchtet, als die systematischen Nachstellungen des bestimmten Kollegen im CSU-Parteivorstand.